Slowenien

Liebes Tagebuch,

wir haben mal wieder unsere sieben Sachen gepackt und sind nach Slowenien gefahren. Na gut, zu Beginn sind wir von Zuhause zu Freunden im Stuttgarter Raum gefahren, haben dort ein Wochenende in der wunderschönen Schwäbischen Alb verbracht und sind dann mit einem gemieteten Camper über Österreich nach Slowenien gefahren. Bevor wir jedoch mit dem Camper bis nach Österreich gefahren sind, haben wir einen kostenlosen Stellplatz direkt neben der Autobahn beim Chiemsee gefunden. Dort haben wir eine Nacht verbracht und uns unsere Vignette für Slowenien und Österreich gekauft.

Unsere Route führte uns von Norden beginnend bei den Alpen, über das Soca-Tal weiter bis hin zur Küste. Wusstest du, dass die maximale Nord-Süd-Ausdehnung Sloweniens nur 163 km ist?

Highlights

Jezero Jasna

Direkt zu Beginn begrüßte uns Slowenien mit sommerlichem Wetter, als wir über den Vrsic-Pass nach Kranjska Gora fuhren. Unser erster Halt war der Jezero Jasna – ein wunderschöner See, der perfekt ist, um sich zu entspannen, ein kühles Getränk zu genießen, die Seele baumeln zu lassen oder einfach mal die Füße in kaltes Wasser zu stecken. Doch gleich zu Beginn unserer Reise gab es ein kleines Missgeschick: Das Ordnungsamt stoppte uns, da wir mit unserem Wohnmobil falsch geparkt hatten (Ja, wer Schilder lesen kann, ist klar im Vorteil). Zum Glück konnten wir die Strafe umgehen und setzten unsere Reise fort. Kurz darauf erlebten wir die nächste Herausforderung: Beim Weiterfahren stieß unser linker Außenspiegel mit dem eines anderen Wohnmobils zusammen – unsere erste Panne. Glücklicherweise waren wir vollkaskoversichert.

Als wir endlich auf dem Campingplatz angekommen waren, waren wir so kaputt von der Fahrt und den Erlebnissen, noch hinzukam, dass die Sonne bereits hinter den Bergen verschwunden war, sodass wir uns eine wohlverdiente Pizza gönnten. Der Platz lag direkt am Fluss und von hier aus können wir zur großen Soca Tröge wandern. Es konnte also nur besser werden.

In den folgenden Tagen besuchten wir zahlreiche Campingplätze, von denen viele in Reiseblogs empfohlen wurden oder die wir über die App „park4Night“ fanden. Doch irgendwie vermissten wir den Austausch mit anderen Reisenden. Wir waren es gewohnt, dass in Communitykitchen oder wenigstens beim Abwasch Gespräche entstanden. Leider konnten wir teilweise froh, wenn jemand auf unsere Begrüßung reagierte. Später änderten wir also unsere Taktik und besuchten private Stellplätze bei Weinbauern, Obstbauern und sogar einen Gnadenhof. Die herzliche Aufnahme und die Möglichkeit, regionale Produkte zu kaufen, machten diese Aufenthalte unvergesslich. Die Besitzer des Gnadenhofs baten sogar eine morgendliche Führung an. So konnten wir die Namen und Geschichte der verschiedenen Tiere kennenlernen.

Höhlen von Postojna

Ein besonderes Highlight sind die Höhlen von Postojna. Die zweitgrößte erschlossene Tropfsteinhöhle der Welt war absolut beeindrucktend Wir hatten warme Kleidung mitgebracht, was sich als weise Entscheidung herausstellte, denn es wird von Meter zu Meter kälter. Die Fahrt mit dem kleinen Zug und der anschließende Fußmarsch durch die Höhle waren atemberaubend.

Kobarid

Zwei Nächte verbrachten wir auf einem Campingplatz in Kobarid, direkt an der Soca und bei der Napoloenbrücke. Obwohl es in Strömen regnete und wir zum Trockenen unserer Kleidung die Camperheizung anstellen mussten, ließen wir die wunderschöne Landschaft bei ausgiebigen Wanderungen auf uns wirken. Kennst du noch das Gefühl, wenn du im Freibad schwimmen gehst und es regnet? Du spürst den Regen anders als sonst, da du ja eh schon nass bist. So war es in etwa, wenn wir zu Wasserfällen gewandert sind. Während man sonst nach dem Besuch von Wasserfällen häufig nass war, kam man schon klitschnass am Wasserfall an.

In der letzten Nacht auf dem Campingplatz in Kobarid mussten wir jedoch feststellen, dass unser Dachfenster undicht war und Wasser auf das Bett tropfte. Natürlich ist es mir erst aufgefallen, als das Wasser direkt in mein Gesicht tropfte. Dabei waren das Bett und die Bettwäsche schon komplett nass. Holger drückte mir einen Eimer in die Hand, drehte sich um und schlief weiter. Ich machte jedoch Fotos von der Situation und lud die Bilder direkt beim Kontakt zum Support des Wohnmobilvermieters hoch. Da wir beide am nächsten Morgen keine Lust mehr auf das regnerische Wetter hatten, fuhren wir weiter nach Triest. Hier entdeckten wir einen Stellplatz direkt am Wasser und genossen das lang ersehnte sommerliche Wetter und spürten wie gut sich die warme Sonne auf unserer Haut anfühlte.

Venedig

Nach Triest führt uns unsere Reise spontan nach Venedig. Wir parken vor den Toren der Stadt, obwohl wir gewarnt wurden, dass nachts Ratten über den Parkplatz laufen würden (und ja, ich habe wirklich Ratten gesehen und gehört). Am nächsten Morgen erfuhren wir von unseren Nachbarn, dass sie nachts die Polizei rufen mussten, weil jemand versucht hatte, ihre E-Bikes zu stehlen. Trotz dieser Vorkommnisse zeigte sich Venedig von seiner wunderschönsten Seite. Wir lassen den Tag in einer kleinen Pizzeria am Canal Grande ausklingen. Und als wäre der Wurm drin, mussten wir auch noch unsere Rucksäcke retten, als ein Polizeiboot durch den Canal Grande fuhr und riesige Wellen hinterließ. Aber hey, immerhin ist uns nichts geklaut worden oder etwas kaputt gegangen.

Koper, Piran und Ljubljana

Weitere Stationen sind Koper und Piran, zwei charmante Städte mit vielen kleinen Gassen und bunten Häusern. Allerdings haben wir die beiden Städte nur kurz besichtigt, da die Einfahrt mit einem Camper nicht erlaubt war und wir außerhalb der Städte parken mussten. 

Schließlich besuchen wir Ljubljana, die beeindruckende Hauptstadt Sloweniens. Trotz einiger unhöflicher Begegnungen mit Busfahrern (sorry, wir wollten doch nur wissen, wie wir Fahrtickets kaufen können) genossen wir die Stadt sehr. Ich bin mir übrigens im Nachhinein immer noch nicht sicher, ob wir wirklich das richtige Ticket gekauft haben, oder ob nicht einer von uns schwarzgefahren ist.

Bled

Unser letzter Halt ist Bled, wo wir die berühmte Bleder Cremeschnitte probieren und den Ausblick auf die Burg genoßen.

Unser Slowenien-Fazit: Turbulent und vielseitig.

So richtig konnten wir uns auf Slowenien nicht einlassen. Vielleicht lag es am Wetter, vielleicht auch an den wenigen negativen Eindrücken vor allem direkt zu Beginn, vielleicht lag es aber auch daran, dass es unsere erste Reise direkt nach Neuseeland gewesen ist. Dennoch ist es ein wunderschönes und vielseitiges Land, ideal zum Wandern. Besonders die Gastfreundschaft der „privaten“ Stellplätze war wundervoll. Natürlich wollten sie immer etwas von ihren eigenen Produkten verkaufen (im Tausch dazu durften wir auf deren Grundstück übernachten, Toilette und tlw. Duschen benutzen), aber wenigstens gab es immer einen kleinen Selbstgebrannten (Na zdravje!). Wenn wir nochmal Slowenien bereisen würden, dann eher mit dem Auto als mit einem Camper.