Lappland
Liebes Tagebuch,
träumen wir nicht alle vom Winterwonderland? Wir auf jeden Fall. Daher war Lappland sehr verlockend für uns.
Während in Deutschland Ende Februar der Frühling mit bis zu 18 Grad ausgebrochen war, verbrachten wir also die letzten Wintermomente im wunderschönen finnisch Lappland. Bei unserer Ankunft waren es -26 Grad und die Sonne strahlte uns an, als wir nach 3 Flugstunden landeten, als seien diese Temperaturen das normalste dieser Weg. Wir sind von Düsseldorf nach Kittilä geflogen. Danach ging es mit dem Bus weiter nach Äkäslompolo.
Die Landschaft war komplett eingeschneit, die Bäume waren weiß und trugen einen dicken Schneemantel. Alles glitzerte und glänzte. Es war traumhaft schön und gleichzeitig strahlte diese Landschaft eine unfassbare Ruhe aus. Dieses Mal hatten für eine etwas andere Art der Reise entschieden. Während wir sonst unsere Routen, Aktivitäten und Unterkünfte selbständig buchen, haben wir dieses Mal über Travelbase gebucht. Somit waren vier Aktivitäten bereits inkludiert, Flüge und Unterkunft wurden durch Travelbase gebucht. Ebenfalls konnten wir zwischen Hotel und Hütte wählen. Wir haben uns für eine Hütte inkl. Sauna und Selbstverpflegung entschieden.
Neben den inkludierten Aktivitäten haben wir die Landschaft aber auch auf eigene Faust erkundet.
Die inkludierten Aktivitäten waren: Schneeschuhwanderung, Schneemobil-Tour, Huskytour und Nordlichter-Tour.
Inhaltsverzeichnis
Highlights
Spoiler: Bei der Nordlichter-Tour war der Himmel bedeckt, also nix Nordlichter, aber dafür ein gemütliches Feuer unter freiem Himmel mitten im Schnee inkl. Würstchen, Beerensaft und Marshmallows. Dennoch konnten wir an drei anderen Abenden die Nordlichter bewundern. Sie tanzten in grünen Farben über dem Himmel. Mal stärker, mal schwächer. Aber sie waren mit bloßem Auge sichtbar. Einen Abend sind wir zum See in Äkäslompolo gelaufen und haben uns die Nordlichter angesehen, während wir unseren selbst mitgebrachten Tee getrunken haben und mitten auf dem See standen.
Lebensmittel kann man übrigens super mit dem Schlitten in Lappland einkaufen. Und solang der Schlitten noch ohne Einkaufstüten ist, lässt er sich hervorragend zum Rodeln verwenden. Wir hatten tatsächlich an der einen oder anderen Stelle die Geschwindigkeit etwas unterschätzt.
Huskytour
Die Huskytour führte uns durch 9km durch das verschneite Lappland, während die Hunde uns schon vorab vor Freude und Aufregung mit Bellen und Sprüngen begrüßten. Kaum war der erste Schlitten startklar, tobten die anderen Husky und zogen an den Schlitten. Wie wir es gewohnt sind, war Holger der Fahrer und ich saß vorne gemütlich im Schlitten und ließ mich chauffieren. Unfassbar wie stark die Husky sind. Nach knapp 45 Min. Kamen wir wieder im Camp an, streichelten die Huskys und machten Fotos mit ihnen.
Schneemobil-Tour
Definitiv Action und Adrenalin pur. Unsere Schneemobileroute war auf maximal 60kmh ausgelegt, aber tatsächlich reichten 40kmh zu Beginn auch schon. Generell darf jeder ein Schneemobile fahren, der einen Führerschein Klasse B besitzt. Anders als bei der Huskytour haben wir die Rolle des Fahrers zwischendurch gewechselt.
Schneeschuhwanderung
Die Schneeschuhwanderung ist auf jeden Fall eine Aktivität, die man nicht auslassen sollte. Tatsächlich hatten wir mit dem Gedanken gespielt, die Schneeschuhwanderung sausen zu lassen. Aber es ist echt eine tolle Alternative zum normalen Wandern, um die Landschaft zu erkunden. Wir hatten das Glück, dass es über Nacht Neuschnee gab und somit alle vorherigen Fußspuren im Schnee nicht mehr sichtbar waren. Trotz Navigations App mussten wir uns an der einen oder anderen Stelle eigene Wege schaffen, weil selbst unser Guide die genaue Route nicht mehr erkennen konnte. Wir sind ca. 1h gewandert, ehe wir zu einer Kota gekommen sind, ein Feuer gemacht haben und den legendären Beerensaft getrunken haben. Danach ging es ein bisschen weiter den Berg hinauf. Aber leider konnten wir aufgrund des leichten Nebels nicht allzu weit gucken. Also ging es zurück zur Unterkunft und rein in die warme Privatsauna.
Kota-Wanderungen
Wenn wir keine Aktivitäten gebucht haben, haben wir die Landschaft auf eigene Faust erkundet. Zweimal haben wir uns bewusst ein Ziel ausgesucht, um die finnischen Leckereien zu kosten. Unsere erste Wanderung war zu der Velhonkota. Eine süße kleine Hütte mitten im verschneiten Wald, die nicht mit dem Auto angefahren werden kann. Hier haben wir Pfannkuchen mit Sahne und Erdbeermarmelade bzw. Apfelmus gegessen.
Die zweite Wanderung führte uns zur Karilan Navettagalleria, eine Scheunengalerie. Sie sind bekannt dafür, dass sie ihre eigenen sowie regionalen Produkte verwenden. Direkt bei der Ankunft hatten uns Rentiere und eine Ziege begrüßt. Die Hütte erinnerte sehr an die Ureinwohner Lapplands: Samen oder Sámi. Vor allem aber erinnerte die Deko uns an die Trolle aus dem Disney-Film “Frozen”, da dieser ja auch in Lappland spielt („Let it goooo“).
Unser Lappland-Fazit: Ladys and Gentleman - The Winterwonderland!
Wir hatten wirklich Respekt vor der Kälte und als der Pilot noch im Flugzeug angekündigt hat, dass wir bald landen und die Temperatur -26 Grad beträgt, mussten wir echt schlucken. Aber wenn man den Zwiebellook beachtet, ist die Kälte kein Problem. Es ist eher lustig zu sehen und zu spüren, wenn Wimpern, Bart und Haare einfrieren. Außerdem herrscht in Lappland eine trockene Kälte, die sich weniger unangenehm kalt anfügt und nicht so nass-kalt ist wie in Deutschland.
Wir haben Lappland und vor allem die Ruhe sehr zu lieben gelernt. Wir wollten ein Winterwonderland – Wir hatten ein Winterwonderland – Aber wir kommen wieder!
Unsere Kota Empfehlungen
- Velhonkota Oy
- Karilan Navettagalleria
Unsere Kleidungsempfehlung (Zwiebellook)
- Dünne (Finger-)Handschuhe und dicke, winddichte Fausthandschuhe (vorzugsweise aus Leder mit herausnehmbaren Innenfutter)
- Normale (Wander-)Socken und Wollsocken (z.B. Merinosocken oder Norwegersocken)
- Lange Thermounterhose und Schneehose/Skihose
- Dicke, gefütterte Schuhe, die etwas höher geschnitten sind, damit kein Schnee von oben in den Schuh fällt (meine waren von der Marke Sorel mit bis zu -40 Grad)
- Dicke, winddichte Jacke mit Kapuze (Ein Fell am Kapuzenrand kann hilfreich sein, wenn es schneit)
- Buff
- Schal
- Mütze
- Fleecejacke
- Thermo Langarmshirt als Baselayer und (Merino-)Langarmshirt
Hilfsmittel
- Komoot
- Aurora Polarlichter App
- Karttaselain App
Interessante Fakten für deine Reise
- Beste Winterwonderland-Reisezeit: Dezember-März (im Dezember sind die Tage sehr kurz, aber aufgrund der weihnachtlichen Stimmung sehr gemütlich. Aber die Temperaturen können weit unter -30 Grad liegen. Im Januar werden die Tage etwas länger, aber tatsächlich zeigt sich die Sonne erst im Februar und März von ihrer besten Seite. Die Tage im Februar waren bereits ähnlich lang wie in Deutschland zur Winterzeit)
- Alles elektrisiert: Trockene Luft sorgt für abstehende Haare, knisternde Kleidung und kleine Stromschläge
- Trockene Haut: Da gibt nur eins: Eincremen. Wir haben uns mindestens einmal am Tag komplett mit Bodylotion eingecremt (übrigens Sonnencreme nicht vergessen!). Für das Gesicht haben wir Melkfett mit Calendula verwendet.
- Akku: Je nachdem wie alt dein Smartphone ist, kann der Akku stark darunter leiden. Nimm am besten immer eine Powerbank mit und trag dein Smartphone eng am Körper. (Es gibt auch extra Hüllen gegen die Kälte oder du nimmst eine Socke.)
- Kamera: Wenn du vom Kalten ins Warme kommst, kann sich Kondenswasser an deiner Kamera bilden. Sie muss sich erst langsam an die warme Temperatur gewöhnen. Du kannst deine Kamera auch in einer Tasche mit Silica-Kügelchen verstauen.
- Viel trinken: Trotz der Kälte muss man viel trinken. Wir hatten immer eine Thermoskanne Tee dabei. Auf längeren Wanderungen kann es passieren, dass das Wasser in der Flasche gefriert.